Meetings – es gibt solche und solche

Lassen wir mal Dates beiseite. Da gibt es auch solche und solche. Reden wir über die Mühen der Besprechungsebenen. Es gibt viele Klagen über nutzlose Zeit, sinnlose Rederei, miese Ergebnisse. Ja eh, es gibt solche und solche. Aber wonach beurteilen Menschen bewusst oder unbewusst die Qualität von  Besprechungen?

In meiner langjährigen Praxis haben sich für mich 5 Qualitätsfaktoren von Teammeetings heraus geapert:

Relevanz:

In einer Besprechung zu sitzen, die mir sowas von wurscht ist, nervt offensichtlich. Wenn die Besprechung einen Beitrag zur Erfüllung MEINER Aufgaben leistet, geht es mir gleich besser. Der Hebel: Kluge Agendagestaltung und passende Teilnehmer:innen

Akzeptanz:

Wird MEIN Beitrag gehört und ist er erwünscht? Das schleichende Gift von Besprechungen ist Pseudopartizipation. Das Ergebnis steht mehr oder weniger vorher schon fest, Beiträge werden eingeladen, sie sind nur belanglos bis störend. Der Vorteil: die Besprechung ist rasch vorbei. Der Hebel ist leicht und schwer gleichzeitig: Haltungsänderung. Raus aus der Diktatur, rein in die Teilhabe.

Effizienz: 

Wie steht es mit der Balance von Zielstrebigkeit – Ergebnisqualität? Meine Großmutter, die voriges Jahr 100 geworden wäre, hat schon gewusst: „Viele sind hineingegangen und wenig ist herausgekommen“. Das Kriterium Effizienz lautet also: War die gemeinsame Zeit gut genützt, oder noch schärfer formuliert: ist es MEINE Zeit wert gewesen? Der Hebel: geschickte Gesprächsleitung balanciert  Inhalt, individuelle Bedürfnisse und Gruppendynamik.

Klima:

Wo Menschen zusammenkommen, menschelt es. Wir sind schließlich keine Diskussionsautomaten. Das hat zwei Seiten: Wenn es laaft, laaft’s und stimuliert Kreativität und Freude am Zusammensein. Andererseits habe ich genügend Meetings moderiert, bei denen die Granaten tief geflogen sind und die Leute sich dementsprechend kaum aus der Deckung gewagt haben. Und wenn sie ein wenig mutiger waren, sind sie in zwei Wortwechseln wieder in die Eskalation geraten. Eigentlich geht es darum nicht verletzt oder geschwächt. sondern gestärkt aus dem Meeting hinaus zu gehen. Der Hebel: Klare Spielregeln und aktive Moderation, die Fouls pfeift. Positives Denken, Fairness und gelebte Wertschätzung sowieso

Effektivität:

Macht das Meeting einen Unterschied? Wird das, was besprochen wurde, auch umgesetzt? Da kann ich viel von euphorischen Meetings erzählen und nachher passiert genau: Nichts. Für mich ist mangelnde Effektivität nach diktatorischer Besprechungsleitung der De-Motivationsfaktor Nummer 1. Wozu sich ins Zeug legen, wenn nachher nichts passiert. Der Hebel: Dokumentation und Follow up.

Keine Raketentechnologie? Eh nicht. Warum laufen dann so viele Besprechungen schlecht?